Fragen & Antworten

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Maßnahmenpaket zur Absicherung von zusätzlichen Kapazitäten in einem deutschlandweiten Marktgebiet

Der von der Bundesnetzagentur an die Fernleitungsnetzbetreiber gesendete und beantwortete Fragenkatalog steht hier zum Download bereit:

Fragenkatalog BNetzA (PDF)

Allgemeine Fragen zur Marktgebietszusammenlegung

Das gemeinsame deutsche Marktgebiet wird voraussichtlich zum 1. Oktober 2021 seine Arbeit aufnehmen. Auf diesen Zeitpunkt haben sich die deutschen Fernleitungsnetzbetreiber mit der Bundesnetzagentur verständigt. Der 1. Oktober als Starttermin ist vorteilhaft, da er mit dem Beginn des Gaswirtschaftsjahres und die auf diesen Termin abgestimmten Produkte und Prozesse zusammenfällt.

Alle Marktteilnehmer können die Entwicklung auf dem Weg zum deutschlandweiten Marktgebiet aktiv begleiten. Um über den aktuellen Stand zu informieren, haben die Fernleitungsnetzbetreiber die Veranstaltungsreihe „Marktdialog“ ins Leben gerufen, im Februar fand am Rande der E-world in Essen die erste Informationsveranstaltung statt, die zweite am 4. Juni in Berlin. Die nächste Marktdialog-Veranstaltung ist für den 5. November in Düsseldorf geplant.

Die deutschen Fernleitungsnetzbetreiber sind nach der Novellierung der Gasnetzzugangsverordnung eine intensive Zusammenarbeit eingegangen und haben ein gemeinsames Projekt aufgesetzt. Ziel ist es, sowohl die beiden bestehenden Marktgebiete als auch die Marktgebietsverantwortlichen GASPOOL und NCG   zusammenzuführen, und mit dem neuen Marktgebiet den attraktivsten und liquidesten Gas-Hub in Europa zu schaffen.

Für den neuen Marktgebietsverantwortlichen müssen die Fernleitungsnetzbetreiber eine neue Aufbau- und Ablauforganisation entwickeln. Des Weiteren muss auch über die zukünftige gesellschaftsrechtliche Gestaltung des neuen Marktgebietsverantwortlichen entschieden werden. Das passiert nicht auf der „grünen Wiese“, denn bis zum Start des deutschlandweiten Marktgebietes müssen GASPOOL und NCG ihre Geschäftsaktivitäten weiterhin zuverlässig ausführen („business continuity“).

In diversen Arbeitsgruppen bearbeiten die Fernleitungsnetzbetreiber in Zusammenarbeit mit den Marktgebietsverantwortlichen verschiedene Themen: Die Auswahl der benötigten IT-Systeme, die Zusammenführung großer Datenmengen sowie die Entwicklung eines neuen Kapazitätsmodells zählen zu den großen organisatorischen und operativen Herausforderungen.

Ja, das neue deutschlandweite Marktgebiet wird qualitätsübergreifend sein, hier werden sowohl H- als auch L- Gas bilanziert und gehandelt und auf Wunsch des Kunden auch konvertiert.

Die Fernleitungsnetzbetreiber, die bereits heute Anteilseigner der beiden Marktgebietsverantwortlichen sind, werden in Zukunft gemeinsam Anteilseigner des deutschlandweiten Marktgebietsverantwortlichen sein.

Marktteilnehmer werden wie gewohnt fristgerecht über die neuen Umlagen und Entgelte des Marktgebietsverantwortlichen informiert. Bis zur Zusammenlegung werden die Umlagen und Entgelte getrennt ermittelt. Die finalen Umlagen und Entgelte im neuen Marktgebiet werden im Sommer 2021 festgelegt.

Aktuell gibt es noch keinen Namen für den Handelspunkt. Der neue Marktgebietsverantwortliche wird den Namen Trading Hub Europe tragen, dies wurde am 13. September 2019 bekanntgegeben.

Basierend auf den existierenden netztechnischen Gegebenheiten in den beiden heutigen Marktgebieten verwenden die jeweiligen Netzbetreiber aktuell unterschiedliche Ansätze zur Ermittlung der verfügbaren Kapazitäten. Diese unterschiedlichen Ansätze müssen mit der Zusammenführung der beiden deutschen Marktgebiete harmonisiert werden, um auch in Zukunft die Verfügbarkeit von Transportkapazitäten in maximalem Umfang gewährleisten zu können.

Die heutigen Kapazitäten sollen auch in einem deutschlandweiten Marktgebiet möglichst weitgehend in gleicher Höhe und Qualität erhalten bleiben. Dies ist nach heutiger Einschätzung aufgrund der deutlichen Vergrößerung des Marktgebiets voraussichtlich jedoch nicht ohne Investitionen oder andere, kommerzielle Maßnahmen zu gewährleisten. Da nennenswerte Investitionen in dem zur Verfügung stehenden Zeitraum aufgrund regulatorischer und genehmigungsrechtlicher Fristen kaum realisierbar sind, prüfen die Netzbetreiber aktuell, in welchem Umfang und in welcher Qualität die bisher in den Marktgebieten ausgewiesenen Kapazitäten ohne weitere Maßnahmen aufrechterhalten werden können. Darüber hinaus prüfen die Netzbetreiber, ob und wie durch den Einsatz anderer, kommerzieller Maßnahmen der quantitative und qualitative Umfang der heute verfügbaren Kapazitäten erhalten werden kann. Dabei sind sowohl die zusätzlichen Kosten zu minimieren als auch ein negativer regulatorischer Einfluss auf die Netzbetreiber auszuschließen. Über das Ergebnis soll eine Abstimmung mit der Bundesnetzagentur erfolgen.

Nach der Zusammenlegung der beiden Marktgebiete wird nur noch ein gemeinsamer VHP betrieben, der hinsichtlich der dort abzuwickelnden Handelsgeschäfte aber mit den jetzigen VHP vergleichbar sein wird. Insofern obliegt es der vertraglichen Handhabung der Marktteilnehmer sicherzustellen, dass eine Erfüllung der Handelsgeschäfte auch nach der Marktgebietszusammenlegung gewährleistet ist. Dies hängt – wie bereits auch heute – von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel der Struktur des Portfolios. Der Preis wird wie auch am alten VHP ein Börsenprodukt sein und lässt sich nicht voraussagen.