Fragen & Antworten

Maßnahmenpaket zur Absicherung von zusätzlichen Kapazitäten in einem deutschlandweiten Marktgebiet

Fragen & Antworten

Der von der Bundesnetzagentur an die Fernleitungsnetzbetreiber gesendete und beantwortete Fragenkatalog steht hier zum Download bereit:

Fragenkatalog BNetzA (PDF)

Fragen zu KAP+

Diese Frage bezieht sich vermutlich auf das Spreadprodukt. Zur Erhöhung der Liquidität ist es das Ziel, dass der zeitgleiche Kauf bzw. Verkauf von Gasmengen nicht zwingend mit demselben Anbieter abgewickelt werden muss. Dies setzt voraus, dass entsprechende Einzelangebote gemacht werden können, die dann von der Börse kombiniert und zur Aufnahme in die MBI-MOL aller MBI-Produkte an THE weitergeleitet werden. Die konkrete Ausgestaltung der entsprechenden Orderbücher obliegt jedoch der Börse.

2.3.2 Abstimmung zwischen THE und FNB zur Plausibilisierung des MBI-Bedarfs (Prozessschritt 4), Absatz 1:
Der ermittelte Bedarf an MBI, der notwendig ist, um den identifizierten kapazitativen Netzengpass im Marktgebiet THE aufzuheben, wird nach deren Ermittlung durch THE mit den FNB validiert und plausibilisiert. Der verifizierte MBI-Bedarf wird veröffentlicht und die Marktteilnehmer werden zur Abgabe von Angeboten für das Spread-Produkt aufgefordert.

Für den Kapazitätsrückkauf bei THE ist die Präqualifikation erforderlich. Für den Handel der Spreadprodukte an der Börse, Präqualifikation im Rahmen der Zulassung als Handelsteilnehmer bei der Börse.

2.3.2 Abstimmung zwischen THE und FNB zur Plausibilisierung des MBI-Bedarfs (Prozessschritt 4), Absatz 2:
Zeitgleich werden die FNB die Kurzfristvermarktung an Einspeisepunkten, die der Upstream- Engpasszone (Zone vor dem Engpass) angehören, aussetzen. An den Einspeisepunkten, die der Downstream-Engpasszone (Zone hinter dem Engpass) angehören, findet die Kurzfristvermarktung weiterhin statt.

Ja, diese sind betroffen.

2.3.3 Bildung MBI-MOL und MBI-Abruf (Prozessschritt 5)
2.3.3.1 Beschreibung:
Unter Berücksichtigung des in Prozessschritt 3 (Kapitel 2.3.1) ermittelten Bedarfszeitpunkts und der Bedarfsmenge wird eine preisoptimale MBI-MOL (Merit-Order-List) erstellt und abgerufen.

Die genaue Ausgestaltung obliegt der Börse.

Fragen im Rahmen der KOMBI-Konsultation

Aus Sicht der deutschen TSO wären die Kosten für die Instrumente als dauerhaft nicht beeinflussbare Kosten (dnbK) einzustufen. Hierauf werden die deutschen TSO auch noch einmal in einer eigenen Stellungnahme verweisen.

In der angedachten Testphase werden die deutschen TSO feste Entry-Kapazitäten anbieten, auch wenn die BNetzA die Kosten für möglicherweise einzusetzende Instrumente zunächst nur als volatil anerkennt. Die Kosten für die Instrumente werden netzbetreiberübergreifend nach einem zwischen den dt. TSOs vereinbarten Schlüssel aufgeteilt.

Es gibt ein gemeinsames Überbuchungskonzept der TSO, das Gegenstand der Festlegung zu KAP+ sein wird. In welcher Höhe die einzelnen TSO Überbuchungskapazitäten anbieten werden, obliegt den einzelnen Unternehmen.

Allgemeine Fragen zur Marktgebietszusammenlegung

Das gemeinsame deutsche Marktgebiet wird voraussichtlich zum 1. Oktober 2021 seine Arbeit aufnehmen. Auf diesen Zeitpunkt haben sich die deutschen Fernleitungsnetzbetreiber mit der Bundesnetzagentur verständigt. Der 1. Oktober als Starttermin ist vorteilhaft, da er mit dem Beginn des Gaswirtschaftsjahres und die auf diesen Termin abgestimmten Produkte und Prozesse zusammenfällt.

Alle Marktteilnehmer können die Entwicklung auf dem Weg zum deutschlandweiten Marktgebiet aktiv begleiten. Um über den aktuellen Stand zu informieren, haben die Fernleitungsnetzbetreiber und Marktgebietsverantwortlichen die Veranstaltungsreihe „Marktdialog“ ins Leben gerufen. Diese finden mindestens zwei Mal jährlich statt. Aktuell aufgrund der Corona-Pandemie als Liveübertragung. Der nächste Marktdialog wird am 10. Februar 2021 als Livestream angeboten. Eine Einladung dazu geht allen Marktteilnehmer rechtzeitig vor der Veranstaltung per E-Mail zu.

Die deutschen Fernleitungsnetzbetreiber sind nach der Novellierung der Gasnetzzugangsverordnung eine intensive Zusammenarbeit eingegangen und haben ein gemeinsames Projekt aufgesetzt. Ziel ist es, sowohl die beiden bestehenden Marktgebiete als auch die Marktgebietsverantwortlichen GASPOOL und NCG zusammenzuführen. Wir sind zuversichtlich, dass sich das gesamtdeutsche Marktgebiet Trading Hub Europe ab 2021 zu einem der liquidesten und attraktivsten Handelsplätze für Gas in ganz Europa entwickeln wird. Nach intensivem Austausch mit internationalen Marktteilnehmern erwarten wir, dass die Liquidität im Marktgebiet Trading Hub Europe -auch im Vergleich zu anderen starken europäischen Gas-Hubs- signifikant steigen wird.

Für den neuen Marktgebietsverantwortlichen THE haben die Fernleitungsnetzbetreiber und Marktgebietsverantwortlichen eine neue Aufbau- und Ablauforganisation entwickeln. Auch über die zukünftige gesellschaftsrechtliche Gestaltung des neuen Marktgebietsverantwortlichen wurde entschieden, die GmbH Trading Hub Europe wird bereits am 1. Juli 2021 starten. In diversen Arbeitsgruppen bearbeiten über 150 Projektmitglieder verschiedene Themen: Die Auswahl der benötigten IT-Systeme, die Zusammenführung großer Datenmengen sowie die Entwicklung eines neuen Kapazitätsmodells sind große organisatorische und operative Herausforderungen, diese wurden teilweise schon umgesetzt und dem Markt auf dem „Marktdialog“ vorgestellt. Zudem müssen GASPOOL und NCG bis zum Start des neuen Marktgebietsverantwortlichen ihre Geschäftsaktivitäten weiterhin zuverlässig ausführen („business continuity“).

Ja, das neue deutschlandweite Marktgebiet wird qualitätsübergreifend sein, hier werden sowohl H- als auch L- Gas bilanziert und gehandelt und auf Wunsch des Kunden auch konvertiert.

Die Fernleitungsnetzbetreiber, die bereits heute Anteilseigner der beiden Marktgebietsverantwortlichen sind, werden in Zukunft gemeinsam Anteilseigner des deutschlandweiten Marktgebietsverantwortlichen sein.

Marktteilnehmer werden wie gewohnt fristgerecht über die neuen Umlagen und Entgelte des Marktgebietsverantwortlichen informiert. Bis zur Zusammenlegung werden die Umlagen und Entgelte getrennt ermittelt. Die finalen Umlagen und Entgelte im neuen Marktgebiet werden im Sommer 2021 festgelegt.

Der neue Marktgebietsverantwortliche wird den Namen Trading Hub Europe tragen, dies wurde am 13. September 2019 bekanntgegeben.

Basierend auf den existierenden netztechnischen Gegebenheiten in den beiden heutigen Marktgebieten verwenden die jeweiligen Netzbetreiber aktuell unterschiedliche Ansätze zur Ermittlung der verfügbaren Kapazitäten. Diese unterschiedlichen Ansätze müssen mit der Zusammenführung der beiden deutschen Marktgebiete harmonisiert werden, um auch in Zukunft die Verfügbarkeit von Transportkapazitäten in maximalem Umfang gewährleisten zu können.

Die heutigen Kapazitäten sollen auch in einem deutschlandweiten Marktgebiet möglichst weitgehend in gleicher Höhe und Qualität erhalten bleiben. Dies ist nach heutiger Einschätzung aufgrund der deutlichen Vergrößerung des Marktgebiets voraussichtlich jedoch nicht ohne Investitionen oder andere, kommerzielle Maßnahmen zu gewährleisten. Da nennenswerte Investitionen in dem zur Verfügung stehenden Zeitraum aufgrund regulatorischer und genehmigungsrechtlicher Fristen kaum realisierbar sind, prüfen die Netzbetreiber aktuell, in welchem Umfang und in welcher Qualität die bisher in den Marktgebieten ausgewiesenen Kapazitäten ohne weitere Maßnahmen aufrechterhalten werden können. Darüber hinaus prüfen die Netzbetreiber, ob und wie durch den Einsatz anderer, kommerzieller Maßnahmen der quantitative und qualitative Umfang der heute verfügbaren Kapazitäten erhalten werden kann. Dabei sind sowohl die zusätzlichen Kosten zu minimieren als auch ein negativer regulatorischer Einfluss auf die Netzbetreiber auszuschließen. Über das Ergebnis soll eine Abstimmung mit der Bundesnetzagentur erfolgen.

Nach der Zusammenlegung der beiden Marktgebiete wird nur noch ein gemeinsamer VHP betrieben, der hinsichtlich der dort abzuwickelnden Handelsgeschäfte aber mit den jetzigen VHP vergleichbar sein wird. Insofern obliegt es der vertraglichen Handhabung der Marktteilnehmer sicherzustellen, dass eine Erfüllung der Handelsgeschäfte auch nach der Marktgebietszusammenlegung gewährleistet ist. Dies hängt – wie bereits auch heute – von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel der Struktur des Portfolios. Der Preis wird wie auch am alten VHP ein Börsenprodukt sein und lässt sich nicht voraussagen.